Das Motto des Akkordeon-Konzerts: Made in Europe

Bericht aus der Solothurner-Zeitung vom 27. Màrz 2017

Das Akkordeonorchester Lommiswil mit Dirigent José de Mena.                                                 © zvg

Conny Schwiete, die frischgebackene Präsidentin des Akkordeonorchesters Lommiswil (AOL), begrüsste das Publikum in der Dorfhalle zum Konzert unter dem Motto «Made in Europe». Den Auftakt machten zwei Dreikäsehoch-Schlagzeuger der Musikschule Belose zusammen mit dem Orchester. Ihren ersten Auftritt hatte auch die vierzehnjährige Lea Fischer als Moderatorin. Das Naturtalent führte mit ihrer unverkrampften, lockeren Art sicher durch das Konzert.

 

Das elfköpfige Orchester verband mit Concerto d’Amore verschiedene Epochen. Die würdevolle Einleitung im barocken Stil wechselte abrupt und energisch zum Pop und Swing und rundete mit einem Adagio-Teil ab. Dirigent José de Mena arrangierte wiederum alle Stücke selbst. So gelang es ihm, mit dem Titelsong des James-Bond-Streifens «Skyfall» genauso wie mit den Songs «Nikita», «Blue Eyes» und «Don’t Go Breaking My Heart» von Elton John die Zuhörenden zu verzaubern.

 

Vor der Pause entlockte der Nachwuchs unter der Leitung von Ernst Rohrer zum Beispiel mit dem Stück «Dr Chines» ihren Schwyzerörgelis sogar chinesische Klänge. Zusammen mit dem AOL und seiner Perkussionsgruppe (PG) vermochten sie den Saal derart zu begeistern, dass eine Zugabe unumgänglich wurde.

 

Tribut an Edith Piaf

 

Mit einem Tribut an Edith Piaf holte das Orchester nach der Pause den Pariser Charme gekonnt nach Lommiswil. «Milord» oder «La Vie En Rose» versetzten die Zuhörenden in Musette-Stimmung. Mit einem Exkurs nach Mexiko tanzte das Stück «Children of Sanchez» aus der Reihe. Europa huldigt Mexiko, bevor das Land vielleicht bald hinter einer Mauer verschwindet.
Beim abschliessenden Dank von Conny Schwiete wurde klar, welch breite Unterstützung das kleine AOL im Lommiswil geniesst. Denn ohne diese könnte ein solcher Anlass nicht jedes Jahr gestemmt werden. Zum Gelingen des hervorragenden Konzerts beigetragen haben neben dem Dirigenten und Arrangeur José de Mena auch zwei «Leihgaben» des Akkordeonorchesters Solothurn und eine weitere Spielerin, die kurzfristig für einen verunfallten Mitspieler einsprang. Aber auch dem jungen Ansagetalent, dem Techniker, der Küchenmannschaft und dem Servicepersonal zollte Conny Schwiete nach ihrer tollen Feuertaufe als Präsidentin ihren Dank. Mit «Music» von John Miles, wieder hervorragend interpretiert, endete das Konzert. Der begeisterte Applaus, der eine Zugabe herausforderte, sprach für sich. (mml)